7. April 2009

Kirschblütenrot

Die kalte Jahreszeit ist nun auch endlich sichtbar überstanden. Denn in jeder Strasse sind nun Bäume mit aufspringenden Knospen zu finden. Frühlingsgrün ist angesagt, saftig und frisch. Obwohl, die Kirschblüten gefallen mir noch viel besser. Was wäre eigentlich, wenn es in der Stadt mehr Kirschbäume anstatt anderer geben würde? Für Allergiker wäre dies von Vorteil. Linden und Haselnussbäume würden nicht so nerven. Zwar gibt auch die Pappel -die stinkt dann - später ihre Pollen ab, sie fliegen durch die Luft und bilden einen weißen Teppich auf dem Boden. Der Blütenteppich den Kirschblütten entstehen lassen ist um vieles schöner. Aber auch der starke Kontrast, den ein Kirchbaum bildet, mit seinem schwarzen Stamm und den weißen oder rosaroten Blütenblätter. Schade, dass es so wenig Kirschbäume in der Stadt gibt und auch nur so vereinzelt.
Die Stadtmenschen genießen sichtlich die warmen Temperaturen. Kurz ist angesagt, bunte Farben und weg mit den dunklen Wintermänteln. Heute habe ich die ersten auf Wiesen und in Parks gesehen, auf Decken liegend und erste Grillaktionen wurden zelebriert. Es sind Ferien, die Stadt hat gute Laune. Von Krise nichts zu spüren. 
Und in Santiago sollte jetzt die winterliche Zeit los gehen, aber es sind 29 Grad.

29. März 2009

gleich

Gleich bedeutet, dass wir zwei gleich sind. Aber wenn du gleich sagst, weiß ich nie, wann du kommst!
[für Hediye]

Lieben - ist nur ein i vom Leben entfernt.
Meine schönsten deutschen Worte ... haben Ausländer aufgeschrieben, die die deutsche Sprache lernen und dabei schöne Begründungen für schöne Worte gefunden. Keiner hätte es besser machen können. Oder?

26. März 2009

Diminutiv

Die Diminutivaffigierung wird hauptsächlich durch Suffigierung bewerkstelligt. Aha!(?)
Das Diminutiv (auch Deminutiv, Diminutivum von lat.: deminuere „verringern, vermindern“) ist, die Verkleinerungsform eines Substantivs und dient besonders dessen Verniedlichung, aber auch als Koseform, zur Bildung von Kosenamen oder zur Kontrastbildung („Das ist kein Haus, das ist ein Häuschen!“).
Solche Diminutiva sind als ein Kennzeichen der gesprochenen Sprache anzusehen und insbesondere bei niederen sozialen Schichten anzutreffen.

Vieles sage ich so daher. Ich hätte nicht gewußt, dass ich ein Diminutiv benutze. Meine Deutschlehrerin hat´s aber gleich gewußt. Hab ich wieder was dazu gelernt.

Soziale Schichten ... Frag mal einen Bayern ob es Bayerland oder Bayernland heißt. Die Antwort wird immer sein: Bayernland. Ist aber falsch, denn es heißt Bayerland.

20. März 2009

Krise leicht gemacht

Wer in der Krise nicht mehr durchsieht, für den gibt es das große Finanzkrisen-ABC. Vom forderungsbesicherten Wertpapier bis zum Retail-Produkt für Privatkunden wird alles ganz einfach erklärt. Kapitalismus fehlt im übrigen im Krisen-ABC.
Und damit jeder up to date ist, gibt´s auch den Krisenticker. jäää!

19. März 2009

Krise - nur welche?

Auf der kleinen Spaghetti-Party zu Weihnachten haben wir noch rum gealbert, das eine Krise, die uns im neuen Jahr bevor stehen sollte wohl kaum mit Spritpreisen von 0,99 bzw. 1,11 € beginnen kann. Auch Panikkäufe von stückigen Tomaten in Dosen hatten wir nicht war nehmen können. Doch nun, 3 Monate später, ist die Krise spürbar zugegen. Vielleicht sind wir auch mitten drin. Für mich ist das interessanteste an dieser Krise, dass der Anfang irgendwie nicht spürbar war. Und doch ist sie jetzt da, in jeder Form. Krise ist jetzt "in". Jeder hat sie, jeder kann sie haben und wer keine hat, der wird irgendwie davon betroffen sein. Auch wenn er es nicht ahnt.
Meine scheint wohl darin zu bestehen, dass, seit dem ich nicht mehr den Fernseher anschalte, mir scheinbar die Themenvorlagen für meine Post´s abhanden kommen. Jedenfalls zu einem gewissen Teil, der krisenhaft scheint. Mir wird bewusst, wie abhängig ich vom Fernsehen war und wie es mich und zu einem gewissen Teil den Inhalt meines Blogs gesteuert hat. Auch die Quote meiner geneigten Leserschar geht krisenartig zurück. Sie hat sich halbiert, also 50 Prozent weniger als in besten Zeiten. Wenn das keine Krise ist. Manch anderer Blog hat schon vor der Krise dicht gemacht oder ist gar vollständig von der Bildfläche verschwunden, bis auf eine Anzeige.
Keiner kommt an der Krise vorbei. Egal welche es sein wird. Die Krise erfindet neue Wort wie Abwrackprämie. Bekommen die, die ein schönes altes Auto haben und sich schon immer mal einen ersten Neuwagen zulegen wollten. Keine bekommen die, die immer nur neue Autos fahren oder gar keins haben, wie dieser Italiener mit der netten Nachbarin oder auch ich. Krise teilt eben ein. Ich behaupte sogar, das selbst die betroffen sind, die sonst nicht jede Mode mitmachen und schon garnicht was en vouge ist.
Ein Mediakaufhaus hat vor kurzem angeboten "Nimm 4 bezahl 3". Wer da beispielsweise 4 Kühlschränke zum Preis von 3 erworben hat, den günstigsten gratis dazu, hat doch bestimmt eine Krise (gratis) bekommen weil er anschließend nicht wusste, wohin mit den vielen Kühlschränken. Aber Hauptsache es war billig und kurbelt die Wirtschaft an. Dann bekommen wir noch eine persönlich kollektive Krise wegen der Bonizahlungen an Manager. Und eine andere wegen der günstigen Strafen für Topsteuerhinterzieher. Ein begehrliches Privileg an welches der Normalo nicht so schnell ran kommt.
Zum Glück haben wir in diesem Jahr keine EM oder WM im Lande (oder doch?). Garnicht auszudenken, in welche Krise das Land fallen würde.
Bleibt noch die Frage: Hätte es im Osten heutzutage auch eine Krise gegeben? Und wenn ja, wie hätte sie ausgesehen? Wir hatten ja schließlich nix.

18. Februar 2009

Philematologie

Ich sitze im Flieger, auf Sitz 7 F, in den Reihen derer, die wohl nur da vorne sitzen weil sie beim Aussteigen unbedingt die Ersten sein müssen, als erste ihre Handys nach der Landung anknipsen. Schon auf dem Hinflug war es mir nach der Landung zu hecktisch, auf 7 F. Schaute erstaunt zu, wieviel Leute in solch einen Gang passen, sich drängeln und sich gegenseitig verhäckeln beim Gepäck aus der Ablage zerren und dicken Wintermantel anziehen, sich nur unmerklich gegenseitig im Weg stehen. Hinten geht es irgendwie entspannter zu. Bin ich auch nur 10 Minuten später draussen. Na und? Hab ich was verpasst? Wohl kaum.
Freu mich auf zu Hause und will mich während des 60 minütigen Rückflugs in Gedanken verlieren. Will nicht schlafen auch keine Snacks aus dem Bordangebot und schon gar kein Boardmagazin lesen. Eigentlich will ich garnichts. Doch da sehe ich in der Zeitung die in der Reihe vor mir hochgehalten wird, diese mittelgroße Zeilenüberschrift, die über "Süddeutsche Zeitung" steht: "Männer tun es anders - die Wissenschaft vom Küssen / Wissen". Nach einer Minute bitte ich den Sitznachbarn nochmal aufzustehen. Die Zeitung will ich jetzt auch haben. Fange dann aber doch an, die Zeitung systematisch von vorne bis hinten zu lesen. Als ich fertig bin, hatte ich den Artikel nicht gefunden. Denn in dieser engen Sitzhaltung wird die Zeitung ganz anders gehalten, die Seiten nicht umgeblättert, sondern geknifft, geklappt, umgeklappt, gewendet und einfache Seiten raus gezogen und die Reihenfolge der Blätter in eine neue Reihenfolge gebracht. Da ist mir doch glatt die Seite "Wissen" durch fehlerhafte Abfolge des faltens, kniffens und umklappen ohne umzuschlagen quasi verloren gegangen bzw. hab ich sie nicht gefunden. Der Flieger bewegt sich die nächste Zeit nicht weg, steht immer noch am Gate, wir sind Nr. 15 wie der Pilot verlauten lässt, denn die Start- und Landebahn wird ständig gesperrt, von Eis und Schnee befreit ... so lese ich in den folgenden knapp 1,5 Stunden die ganze Zeitung, in München, über Kurt Krömer und Herrn Sarazzin. Zwei wie sie nicht unterschiedlicher sein können aber beide zu Berlin gehören. Zum Schluss liegen beide komischer Weise so vor mir ...Ist ja auch irgendwie schön und sympathisch.
Achso, dann war ja noch der Artikel, weshalb ich die Zeitung haben wollte. Es ist tatsächlich so, das Männer anders küssen als Frauen. Philematologie ist die Wissenschaft vom Küssen. Wieder was dazu gelernt. Jetzt fliegen wir auch endlich ab und ich kann mich in meinen Gedanken verlieren. Nehme dann später doch was zum knabbern und trinken aus der Boardbar.

15. Februar 2009

roter Teppich


Die Berlinale ist zu Ende und am Ende gibt es "close up" im co|berlin. Junge Fotojournalisten zeigen, was sie während der Berlinale am roten Teppich, davor, dahinter, daneben gesehen und im Foto festgehalten haben. Kosslik erzählt dann immer schöne Anekdoten.
Ein roter Teppich kann auch tot sein, wenn die Journalisten ihn nicht zu dem machen, was es dann später zu sehen gibt und was sich darauf abgespielt hat.
In den Bildern des Wettbewerbes sind selten die Stars der Berlinale zu sehen. Meistens sind es die Leute, die davor, dahinter, daneben oder in relativer Entfernung des roten Teppichs stehen, warten, bei jedem Wetter und zu jeder Zeit. Kosslik merkt sich die Leute, die dort immer stehen und denen er während des Festivals dann täglich begegnet. Die Menschen, die unscheinbar sind, sind dann für ihn scheinbar. Dass über 270.000 Leute auf der Berlinale Filme gesehen haben, meint er, ist interessant, in diesen Zeiten, wo es wohl sonst nirgends etwas zu sehen gibt und die Berlinale ja eigentlich auch nur schlimme Sachen in ihren Filmen zeigt.
Der diesjährige Gewinner des Wettbewerbs war Benedikt Brandhofer; im Bild auf dem roten Teppich stehend.

10. Februar 2009

Ausmodus

Wie es ist, wenn Raucher aufhören zu rauchen und wie schwer es ihnen vielleicht fällt, und ob sie Entzugserscheinungen haben und wie es einem mit Entzugserscheinungen ergeht, kann ich nicht beurteilen. Denn ich habe es nicht durchlebt. Aber den Fernseher nicht mehr anzumachen, bewirkt definitiv keine Entzugserscheinungen. Ich spüre keine.
Vor 5 Wochen habe ich beschlossen, meinen Fernseher einfach nicht mehr einzuschalten. Vor einer Woche fiel mir auf, ich könnte auch den Stand-by Modus ausschalten. Ich habe es getan.
Hin und wieder schau ich ihn an und frage mich, wie lange soll er da eigentlich noch so rumstehen? Eigentlich haben wir uns bisher ganz gut vertragen. Er hat mir manchmal was erzählt und gezeigt, ich mochte nicht immer alles, von dem was er so abspielte. Aber es war ja einfach. Ich habe entweder nicht hingehört, nicht hingeschaut oder habe das Zimmer einfach verlassen. Es war aber auch nicht so, das ich nicht gern Fernsehen geguckt habe. Ich gucke gern deutsche Spielfilme. Im Kino sind sie aber noch besser. Talkshow´s habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Zu Zeiten von Talk im Turm mit Erich Böhme, hatten Talkshow´s noch eine andere Bedeutung und einen Unterhaltungswert, der heute vergleichbar nicht mehr vorhanden ist. Nachrichten lese und sehe ich auch im Internet. Radio läuft sowieso.
Es war immer ein gemeinsames Leben, in dem keiner den anderen gestört hat. Deshalb darf er da jetzt auch stehen bleiben. Und vielleicht schalte ich ihn irgend wann doch wieder ein. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall geht´s auch ohne und mir fehlt auch nichts. So einfach ist das.

14. Januar 2009

Philosophie einer Warteschleife

Kenne ich noch irgend eine größer Firma, Institution oder Behörde, die sie nicht hat? Die Warteschleife am anderen Ende der Telefonleitung, statt einer freundlichen Dame von der Vermittlung, die spätestens nach dem dritten Klingeln abnimmt und mit mir spricht? Einen Moment bitte, ich verbinde Sie!
In den letzten Tagen habe ich einige Service- und Haupt-Nummern anrufen müssen, wurde sogleich mit der Warteschleife verbunden. und habe mir schreckliche Musik, Bandansagen und sonstwas anhören müssen.
Es kann nerven, wenn ein Steuerberatungsbüro noch immer die kleine Nachtmusik wie einen monotonen Klingelton abspielt und "zwischendurch" nochmal und nochmal. Bei einer Krankenkasse wurden mir melodiös der Name der Kassse und gesundheitliche Weisheiten ins Ohr gesungen. Es war so schlecht gemacht, das mich die Warteschleifenmusik davon abhalten würde, dort Kunde sein zu wollen.
Bei einer sehr großen Anwaltskanzlei, mit vielen vielen Teilhabern, Partnern & Partnerinnen nahm nach dem zweiten Klingeln auch jemand ab. Nein, doch kein Mensch, sondern ein Band begrüßte mich freundlich, sagte den Namen der vielen vielen Teilhaber, Partner & Partnerinnen auf, und als das Band fertig war ging ohne eine Pause dazwischen eine freundliche Dame ran. Sagte nur noch ihren eigenen Namen auf und fragte nach meinem Begehren. Das ist zwar auch eine interessante technische Lösung - woher weiss sie eigentlich, dass sie dran ist und die Bandansage fertig? -, aber beim zuhören müssen, der wegen des langen Kanzleinamens mit den vielen vielen Teilhabern, Partner & Partnerinnen langen Bandansage, dachte ich schon, ich würde außerhalb der Geschäftszeiten anrufen, wollte die Ansage der Geschäftszeiten am Ende nicht abwarten und einfach auflegen. Das will die Anwaltskanzlei mit ... dem Namen bestimmt nicht bezwecken. Es wäre aber beinahe schief gegangen.
Wie eine Anerkennung ist es aber, wenn einem nach geduldigen verharren in der Warteschleife vom Personal der Service-Hotline bescheinigt wird, eine ziemlich gute Frage ausgedacht zu haben und man deshalb gleich mit der "Fachberatung" verbinden will.
Bei einer Hotline des ÖPV habe ich es neulich 11 Minuten ausgehalten. Ich wurde nicht mal runter geworfen. Schrecklich jedoch ist nicht zu wissen, ob man nicht doch gleich dran ist. Wenn ich mich, sagen wir mal bei der Post, anstellen will, sehe ich die Schlange der Wartenden und entscheide ob ich warte oder später nochmal wiederkomme. Aber in einer telefonischen Warteschlange kann ich es nicht hören, wann ich dran bin. Es heißt nur manchmal und auch nicht immer: "Sie werden gleich verbunden". Was mich nicht weiter bringt.
Ich glaube, Warteschleifen können gar keine Philosphie haben. Die Unternehmen folgen damit nur ihrer Philosophie der Kostenersparnis. Kunden haben während des Wartens Zeit darüber nachzudenken, mit welchen bösen Atributten sie ihr Problem ausschmücken können. Service-Mitarbeiter können dann zusehen, wie sie den verärgerten Kunden wieder einfangen, wenn sie überhaupt daran denken und einen solchen Versuch unternehmen.
Ich habe noch niemanden gehört der sagte, du musst unbedingt mal da anrufen, weil die sooo eine tolle Warteschleife haben. Und wenn man dann dran ist richtig drum bettelt, bitte bitte nochmal in die Warteschleife zurück gestellt werden zu wollen.
Aber aus dem Mist der anderen kann ich ja Geld machen. Ich werde anbieten, für die Leute anzurufen, damit sie nicht schreckliche Warteschleifen ertragen müssen. Das übernehme ich und den Auftrag dafür bekomme ich via Internet, in dem die Kunden ein 15-seitiges Formular mit lauter Anklickfunktionen ausfüllen müssen. Natürlich werde ich Musik im Hintergrund laufen lassen und den Button zum abschalten ganz klein irgendwo verstecken.

11. Januar 2009

tres minutos con realidad

Längere Urlaubsreisen, noch dazu in die weite Welt hinaus, wirken bei mir eine ganze Weile nach, was den Erholungseffekt, die eingenommene Gelassenheit und Zufriedenheit betreffen. Die Nachwirkung von 25 Tagen meiner Argentinien-Reise möglichst lange zu bewahren ist mehr oder weniger einfach. Die freien Tage in Form von Feiertagen, die unmittelbar nach meiner Reise stattf anden, haben fast dafür gesorgt, mein Jetlag ins neue Jahr zu schieben. Das winterliche Wetter ist nicht ganz fair, schliesslich bin ich aus dem Sommer gepurtzelt. Alltagshektik und deutsche Gewohnheiten sind momentan noch einfach, bis auf ein gewisses Mass Abstand von ihnen zu halten. Was bleibt ist die Erinnerung, an die frischen Erlebnisse zu bewahren.

Kathrin gab mir den Tip, ich solle unbedingt "Drei Minuten mit der Wirklichkeit" von Wolfram Fleischhauer lesen. Ich habe es getan und Kathrin, Du hast nicht zuviel versprochen.
Nicht nur weil der Roman spannend und schön ist. Ich bin beim lesen alle Strassen nachgelaufen, die auch die Protagonistin Giulietta (was für ein schöner Name) in Buenos Aires gegangen ist. Es war wie ein Film in meinem Kopf, ich fühlte mich immer noch so, als würde ich in der Stadt sein. Nun bleibt mir das Gefühl, noch einmal nach Buenos Aires "zurück" zu müssen. Es ist eine wunderschöne Stadt, von innen gesehen, von aussen nicht unbedingt. Sie bleibt irgendwie fragwürdig. Als wenn die Stadt ein Geheimnis vor mir hat.

Die Vergangenheit der Madres de Plaza de Mayo, Mütter, die sich noch heute, seit über 31 Jahren jeden Donnerstag auf dem Plaza de Mayo versammeln und ihren Protest anbringen, die habe ich nicht gesehen. Denn ich war nur von Sonnabend bis Mittwoch in der Stadt. Es gab tatsächlich nichts, was mir während meiner Reise begegnet ist und irgendwie an die Zeit der Militärdiktatur in den 70er Jahren erinnert. Zwar war ich am Grab von Evita, aber das hatte damit nichts zu tun.
So ging es letztlich auch Giulietta, die erst nach ihrer Rückkehr nach Berlin davon erfahren hat. Genauso wie ich, der ich mich auch erst nach meiner Reise damit beschäftige. 1978 war nicht nur die Fußballweltmeisterschaft in Argentinien!

Es gibt viele Gründe für mich, irgendwann noch einmal nach Buenos Aires zu reisen.