18. Mai 2008

eine Linie

Es gibt nichts Schwierigeres als eine Linie.

Pablo Picasso

12. Mai 2008

ca. 23 Kilometer

Deutschlandurlaub ist jedenfalls kein Urlaub von Deutschland nehmen. Definitiv nicht. Denn, im Urlaub oder gar an langen Wochenenden, wie dieses Pfingstwochenende, nehmen die Deutschen keinen Urlaub von sich selbst und schon gar nicht von ihren Tugenden. Die beginne ich langsam immer besser zu verstehen. Jedenfalls das, was andere von den Deutschen halten und glauben. Schließlich muss auch während eines Ausfluges alles perfekt sein. Das habe ich auf meiner ca. 23 Kilometer langen Wandertour zwischen Brodowin und Chorin - und wieder zurück - einmal mehr erlebt.
Woanders grüßen „Backpacker“, wenn sie sich einander begegnen oder überholen. Hier aber nicht. Ich habe mich nach einer Weile entschieden, die mir entgegen kommenden – ich überholte niemanden und mich auch keiner – zu grüßen. Selten grüßte jemand zurück, manche schauen verstohlen und auch gleich weg und tun so, als wäre gar keiner da.

Ein Paar kam mir auf Fahrrädern entgegen und konnte nach gut 2 Kilometern kaum den Zielort Brodowin erwarten. Denn der Weg führte durch den Wald über einen sehr alten Feldsteinweg, der zum Rad fahren wegen der holprigen Abschnitte sichtlich nicht geeignet erschien. „Sie“ fragte mich noch, wie weit es sei. „Er“ hingegen verfluchte den Bürgermeister und wollte ihn ob des Weges am liebsten erschlagen. Was eigentlich, wenn ich der Bürgermeister gewesen wäre? „Er“ hatte wohl Sehnsucht nach einem EU-Norm gemäß geteerten Fahrradweg. Ich wünschte mir interessantere Wandersleute.
Die kamen mir dann auch gleich zu 8 entgegen, in der Art von Studenten aus Berlin. Sie waren so sehr in ihre Gespräche vertieft, dass sie die „gelbe Markierung“ verloren hatten und vergeblich nach dem Denglerstein suchten (Dengler war von 1922 bis 1944 Professor für Waldbau - wieder was gegoogelt/gelernt). Sie waren einfach über das Ziel hinaus geschossen, denn ungefähr 800 Meter vorher hätten sie nach links gemußt, hatten aber die Beschilderung übersehen und liefen immer nur „geradeaus“.
Das alte Bahnhofsgebäude von Chorin ist nun aufwendig saniert worden. Natürlich nicht von der Bahn, sondern privaten Leuten und einem Verein. Der Bahnhof hat nun wieder ein Gesicht. Allgemein geht die Bahnhofskultur in Deutschland spürbar verloren. Nein, eigentlich ist sie schon verloren gegangen. War ein Bahnhof nicht auch immer eine Art Aushängeschild der Stadt? Die meisten sind mit dem Auto unterwegs, da interessiert dieses Tor der Stadt wohl nicht mehr so wie früher. Jeder gute Bahnhof, hatte eine gute Bahnhofskneipe und eine Wartehalle mit Fahrkartenschaltern. Leute kamen zum Bahnhof, nur um zu schauen von wo nach wo die Züge fahren. Heute guckt keiner mehr.
Neben einem Fahrrad-Verleih, einer Touristinformation hat das in Erdrot gehaltene Bahnhofsgebäude auch das Bistro Lindenblatt zu bieten. Es wird von einigen Leuten als Hobby betrieben und hat deshalb nur am Wochenende geöffnet. Mit einer guten Espressomaschine wird jede Art von Kaffee zubereitet. Sehr zu empfehlen ist aber der Kuchen, der wirklich noch wie „zu Hause“ gebacken wird. Wer einen schönen Tag in Chorin verlebt hat, kann bei einem leckeren Latte Machiato am Bahnhof wartend auf den Zug verbringen. Ich habe die Köstlichkeiten schon zwei Mal probiert. Davon werde ich ein anderes mal berichten.
Die 8 Studenten kamen mir später wieder entgegen. Ich fragte sie, ob sie denn nun den richtigen Weg für sich gefunden hätten. Ja, entgegneten sie mir und berichteten davon, wie sie die etwas versteckte Badestelle in Brodowin gefunden hätten, vom Eis essen und vom Hofladen. Die Häuser in Brodowin fanden sich auch ganz toll und wollten von mir noch wissen, ob es wirklich eine Öko-Kommune in Brodowin gibt. Die Antwort gebe ich hier jetzt aber nicht.

6. Mai 2008

Vulkan Chaitén

Hier irgendwo am Lago Yelcho liegt auch der Vulkan Chaitén. Seit wohl seit 400 Jahren nicht mehr aktive Vulkan spuckt nun seit Freitag Unmengen Asche aus. Hier ein Link zu emol.cl mit imposanten Fotos aber auch erschütterenden Bildern, denn die Leute werden gerade evakuiert. Die Situation dort ist so schlimm, dass sich sogar Präsidentin Michelle Bachelet selbst vor Ort informiert hat. Alles wird von bis zu 15 cm hoher Asche überdeckt. Neben den Menschen muß dort nun auch eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt extrem leiden.
Paul Newman und Robert Redford haben hier gefischt. Ich war im chilenischen Spätsommer 2005 (März) dort. Für mich ist es eines der schönsten Orte entlang der Carretera Austral. Es ist eine "große" Ecke, in der man nicht mehr vielen Leuten begegnet. Der Ort Chaitén strahlt so eine angenehme Ruhe aus, obwohl dort etwa nur 4.000 Leute leben. Hier kommt auch nicht mehr jeder Tourist so einfach mit dem Bus hin. Wir sind damals selbst mit einem 4WD unterwegs gewesen. Mit der Autofähre über Caleta Gonzalo (der Name dieses Ortes klingt so schön) und später von Chaiten weiter mit einer anderen Fähre nach Quellón auf der Insel Chiloe. Aber vorher sind wir von Chaitén weiter ein Stück die Carretera gen Süden gefahren. Bis zum besagten Fluss, wo Newmann und Redford im Film “Und in der Mitte entspringt ein Fluss” im Fliegenfischen wetteiferten. Ich kann den Ort und den Film nur empfehlen. Hier bin ich dem kleinsten Hirschen der Welt, dem Pudú begegnet. Es war nur so schnell weg, das wir es nicht fotografieren konnten.

Ruta 7
Chaitén in Wolken

26. April 2008

Friseurgeschäfte


... gibt es zu Hauf in dieser Stadt und sie haben eine ungeahnte Namensvielfalt. Nach dem Motto, alles ist möglich:
  • Haargenau
  • Haareszeit
  • Haarmacher
  • Haarstelle
  • Haarwerk
  • Haarwerkstatt
  • Haar- und Kosmetikstudio Liebezeit
    (die Inhaberin heißt wirklich Liebezeit)
  • haircut
  • unicat
  • cut & go
  • Salon Buchwitz
  • Salon für die Dame
  • Frisör
  • Frisörsalon
  • Frisiersalon
  • Figaro
  • Ansin
    (Lieblingsfriseur)
  • Foggsi & Groschi
  • Kamm & Schere
  • Locke & Glatze
  • Meisterjacobs
  • Notaufnahme
  • Ponyclub
  • vokuhila
Wird fortgesetzt!

15. April 2008

el Original

Was da drin ist, muss wohl nicht erwähnt werden (erfunden 1886). Gekauft habe ich diese kleine Dose in einem Supermarkt auf Mallorca. Aber weniger wegen des Inhaltes, sondern aus Interesse an dem einfachen Verpackungsdesign. Sie steht jetzt als dekoratives Stück neben dem neu modischen Kram in meiner Küche. Neulich habe ich doch einen Brühwürfel aufgelöst ... danach ging es meinem Magen besser.

13. April 2008

Stellenliteratur

Dumont gehörte für mich immer zu den Buchverlagen, die Reiseführer für den kultivierten Reisenden sowie Kunst-, Museums- und Bildbände herausgeben. Jedenfalls dachte ich bis heute so, bevor ich zur Vorlesung in den Festsaal Kreuzberg ging. Das Buch Feuchtgebiete von Charlotte Roche hat zwar irgendwie, mit ein wenig Phantasie, auch etwas mit reisen und Ferne (?) zu tun, ist aber auch kein Buch über Kunst. Vielleicht muss aber auch die Frage gestellt werden, ob es eine Kunst ist, das Charlotte Roche dieses Buch geschrieben hat. Dem Journalisten vom Schweizerischen Fernsehen (SF) habe ich in die Kamera geantwortet, nach dem er mit der Frage auf mich zu kam "Jetzt wollen wir noch einen Mann fragen, wie es war", "ich sei jetzt sehr nachdenklich".
Was wollen die Leute eigentlich hören, wenn einem vorher schon gesagt wird, in dem Buch würden nur Wörter stehen, die sonst keiner in den Mund nehmen, aber ansonsten nur zu Hause und im Dunkeln unter der Bettdecke gesagt werden. Da ist nichts dabei, wenn sie zum kultivierten Sprachgebrauch gehören. Ganz im Gegenteil.
Gelernt habe ich heute Abend, was Stellenliteratur ist. Das sind Bücher, in dem der Leser nur eine Stelle sucht, von der er weiß, dass es sie gibt und nachher nur diese eine Stelle liest und sonst nichts. Manche Bücher haben nur eine oder zwei Stellen. Charlottes Buch ist voller dieser Stellen. Es kann also getrost von vorn bis hinten gelesen werden.

Nach der Lesung konnten Fragen gestellt werden. Charlotte kündigte das vorher an, damit sich auch jemand traut, nach der vorlesen aus diesem Buch auch was zu fragen und keiner würde deswegen auf die Bühne gezerrt. Interessant war nur, dass die Frauen so sachliche und die Männer so inhaltliche Fragen gestellt haben. Auf die Frage, ob das Buch verfilmt würde, kam prompt als Antwort, dass es reichlich Anfragen geben würde, auch von ernst zu nehmenden Produzenten. Ich stelle mir nun vor, soll es ein Zweiteiler im ZDF werden oder ein FilmFilm auf Sat1. Ne, ne, manches sollte so bleiben, wie es ist.
Charlotte Roch war ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe. Am liebsten würde ich mir das ganze Buch von ihr bis zum Ende vorlesen lassen. Ihre Homepage ist im übrigen auch genial.

29. März 2008

Die 68er nerven

Ja, sie nerven mich. Was habe ich mit den 68er zu tun? Nichts! Ich finde sie einfach nur anstrengend, wie gequirlt die heute noch reden können. Mag sein, dass die 68er eine wichtige Bewegung in der deutschen Geschichte ausmachen. Aber ich finde sie nur anstrengend, denn es kommt mir so vor, als würden sie heute immer noch so leben, als wäre es gerade 1968. Es liest sich für mich heute auch nicht gerade spannend, was damals die Zeit der 68er ausmachte. Bei Radio eins ging es neulich um die Kinderläden, die in dieser Zeit gegründet wurden, um alternativ und antiautoritär Kinder aufwachsen zu lassen. Ich weiß nicht, ob Erziehung überhaupt in diesen Zusammenhang gebracht werden kann. Einige Anrufer sprachen von ihren ganz persönlichen Erfahrung und wie gut es ihnen getan hat, ihre Kindheit in einem Kinderladen verbracht zu haben. Lachen musste ich nur, als sie erzählten, dass sie heute allein leben, 2 Kinder, getrennt vom Vater, erziehen und ihnen manchmal auch die Hand dabei ausrutscht.
Was gab es noch in dieser Zeit? Drogen. Kiffen war hipp und wichtig, um die neue Welt, die alternative zu erkennen und zu leben, zu erleben. Und was ist heute daraus geworden? Jugendliche Kiffer gibt es heute auch, nur dass sie sich das Zeug in die Birne hauen, ohne Sinn und Verstand, nicht mal mit dem Gedanken daran, die Welt verändern zu wollen. Kiffen war doch damals wie heute sinnlos, oder nicht?
Ich jedenfalls bin ein Kindergartenkind, aufgewachsen in der DDR. Nachteilig war das für mich keinesfalls. Denn, ich bin ja auch was geworden. Ohne Drogen. Bis heute und auch noch morgen.

* * *


Nachsatz vom 17.04.2008:
Heute gab es in der Talkshow von Maybrit Illner: "Die 68er: "Befreier oder Zerstörer?"
Ich habe selten solch eine Gruppe unbeherrschter, unsachlich diskutierende Erwachsene gesehen, die sich nur duzen und dabei eigentlich hassen. Nicht bemerken, wie ihnen Außenstehende aufmerksam zuhören und dabei einfach nicht mehr verstanden werden können, bei gegenseitigen Schuldzuweisungen von (Kardinal-)Fehlern, heute und damals. Sie verwenden ein Vokabular und sprechen über Dinge, für deren Inhalt ich ein Lexikon benötige, um zeitpolitische Zusammenhänge von damals tatsächlich verstehen zu können. Maoismus, Strömungen, Revolution, alles umstürzen wollen, Phantasmen, Idealismus und Leidenschaft, Blümchen und Rebellen, die Masse bewegen wollen, SDS (?), Keimzellen und sonst welche Gruppen, Gewaltablehnung und Aufrühren. Ein ewiges bis zu Ende diskutieren wollen, ohne eines zu definieren. Selbst über die damalige Zeit wolle man heute noch streiten, weil es heute kaum noch was zum streiten gibt.
Alles was übrig bleibt sind Sprüche und Sentenzen!

28. März 2008

Ich bin dann mal weg

An drei Tagen hintereinander habe ich nun die 345 Seiten gelesen. Da ich kein großer, regelmäßiger Bücherleser bin, darf ich das so betonen. Hape Kerkelings Reise auf dem Jakobsweg liegt nun seit über einem Jahr auf meinem Tisch. Darf ich keinem erzählen, dieses Buch, welches seit Monaten auf Platz 1 der Sachbuch Bestsellerlisten steht, erst jetzt gelesen zu haben.
Nach den ersten 30 Seiten hätte ich mich am liebsten selbst sofort auf den Weg gemacht, um auch diesen Weg zu gehen. Es fühlte sich beim lesen für mich so an, als wäre ich jetzt einfach fällig dafür, es auch zu tun.
Was war es nun aber, was mich vom schnellen durchlesen nicht mehr abhalten konnte? Der Versuch, sich zu finden, irgendetwas zu finden im eigenen Inneren? Jedenfalls würde ich nicht nach Gott suchen oder meiner Beziehung zu ihm. Die habe ich definitiv nicht. Aber ich würde auch den Versuch machen wollen, nach einiger Zeit die Gedanken abzuschalten und an nichts mehr zu denken, nichts in der Landschaft zu suchen oder danach zu schauen, um es im Kopf schön zu finden und zu verarbeiten. Wann gelingt es einem sonst, alles um einen herum zu vergessen, abzuschalten und dabei keiner Verpflichtung nachlaufen zu müssen, irgendwo ankommen zu müssen, etwas erreichen zu müssen. Einfach ziellos laufen, zu gehen, zu wandern ohne stehen zu bleiben, denn dann beginnt wohlmöglich wieder der Denkprozess.
Am anstrengendsten waren auch beim lesen für mich die Deutschen, die Hape auf dem Weg getroffen hat. Schnabel und ihr Ehemann waren so exemplarisch, für das, was ich selbst auf Reisen erlebe. Umso schöner ist es, als Hape als wahre Freunde auf diesem Weg eine Neuseeländerin und eine Engländerin getroffen hat und wie sie jeder für sich den Weg gegangen sind und am Ende so sehr miteinander verbunden waren.
Nun habe ich Zeit, darüber nachzudenken, auf welchen Weg ich mich nun machen werde.

18. März 2008

Wieviele Payback-Punkte gibt es?

Eckhard Cordes ist seit November 2007 der Metro-Chef. Zur Metro-Gruppe gehört die Galeria Kaufhof, und die will er jetzt verkaufen, weil sie nicht ausreichend Umsatzrendite erwirtschaftet.
Als ich dies heute morgen im Radio gehört habe, habe ich mich zunächst gefreut. Zu viele schlechte "Shoppingerlebnisse" musste ich in den Galeria Kaufhof Filialen erleben. Mein letztes ist gerade zwei Wochen her. Ich gehöre zu der Käufergruppe, die sich nicht gleich entscheiden und deshalb mehrfach in ein Geschäft gehen, um sich die Ware genau anzuschauen und die Relation von Preis und Leistung x-mal abwägen. Ich bin eben kein normaler Verbraucher; ich weiß. Vier Besuche habe ich benötigt, um eine Laptoptasche käuflich zu erwerben. Vier Besuche in zwei Kaufhof Filialen, bei denen ich jeweils 15 bis 20 Minuten in der Koffer- und Taschenabteilung zugebracht habe und während dieser Zeit ganz in Ruhe beispielsweise die ganze Abteilung hätte umbauen und neu dekorieren können, ohne das ich von irgend einem geschulten und versionierten Fachverkäufer angesprochen worden bin. Davon abgesehen, spürte ich auch keinen mich beobachtenden Blick im Rücken. Selbst bei gezielter und Hilfesuchender Ausschau nicht. Nur beim letzten Besuch (Frankfurter Allee) wurde ich nach gut 20 Minuten verblüfft und gefragt, ob mir zu helfen sei. Darauf konnte ich nur antworten, dass ich total irritiert sei, beim dritten Besuch innerhalb einer Woche im gleichen Laden, nach 20 Minuten zum ersten mal angesprochen zu werden. Ich habe die Tasche dann gekauft und durfte mir wirklich ernst gemeinte Entschuldigungen anhören, und dass ich doch die Filiale nur empfehlen könnte, weil es hier so familiär sei.
Meine Erfahrungen, oder besser gesagt Erlebnisse, beschränken sich darauf, dass das Warensortiment sich überschaubar hält, nichts besonderes umfasst und im wesentlichen aus Hausmarken und überteuerten Markenwaren besteht. Die Frische-Theken für Wurst- und Käse werden bereits 25 Minuten (Alexanderplatz) bzw. 120 Minuten (Ostbahnhof) vor Ladenschluss abgedeckt und nur ungern wieder aufgedeckt, wenn ein Verkaufsdialog droht. Selten haben die Verkäufer Ahnung und stehen oft vereinzelt in Grüppchen, um über Kunden und Kolleginnen abzulästern. Hier gibt es nicht mal zu hören, man hätte die einzig besten Produkte, die es gerade auf dem Markt zu erwerben gibt. Stattdessen riesengroße Ladenflächen, die abteilungsweise ohne Verkäufer besetzt sind. Und wenn eine/r zu finden ist, ist der/die "nicht zuständig". Kundenhinweise, dass die großformatig ausgeschilderte Ware gar nicht vorhanden ist, werden völlig irritiert damit beantwortet, dass die Ware schon bestellt sei aber unbekannt ist, ob sie überhaupt noch einmal rein kommt. Am Alexanderplatz wird jeder, ohne Zweifel am äußerlichen Verhalten sichtbar erkennbarer ausländischer Tourist in deutscher Sprache vollautomatisch an der Kasse nach seiner Payback Kundenkarte gefragt.
An Verkaufskultur ist das alles in jeder Hinsicht kaum noch zu toppen.

Mein erster Gedanke heute morgen war: gut so, die braucht keiner mehr. Endlich weg damit. Das schlimme wird nur sein, dass, wenn Arcandor den Saftladen kauft, das allgemeine Warenangebot in der deutschen Kaufhauslandschaft sich wegen der zu befürchtenden Synergieeffekte im Einkauf keinesfalls verbessern wird. Der andere Beigeschmack ist, es wird wieder Arbeitsplätze kosten, in einer Menschengruppe, die eh schon wenig verdienen.
Über die vermeintlichen Hintergründe des Verkaufs gibt es einen interessanten Artikel bei welt.de zu lesen. Die Gründe liegen in der besagten mangelnden Rendite. Und weil auf dem deutschen Markt nichts mehr zu holen ist, und Metro sich sowieso als international agierendes Unternehmen sieht, steht ein Engagement in Deutschland nicht mehr im Vordergrund und damit zum Verkauf. Da haben sich die Jungs um Herrn Cordes ja was tolles ausgedacht. Mädchen waren in der Führungsriege mit Sicherheit nicht dabei, deshalb darf das so gesagt werden. Es gibt Namen, die sollte man sich doch einmal merken. So auch den Namen Cordes. Ich habe nicht gerade der Eindruck gewinnen können, als würde Herr Cordes die Leistung des Unternehmens in seinen Mitarbeitern erkannt haben. Außerdem kann ich mich gleich selbst belehren. Im Handel ist sowieso immer der Kunde schult! Egal wann, bei gutem Wetter, bei schlechtem Wetter, in der Vorweihnachtszeit, im Jahresendgeschäft oder auch beim Schlussverkauf.
Bleibt nur noch die Frage: Wie viel Payback-Punkte gibt es beim Kauf von Galeria Kaufhof?